Das tapfere Schneiderlein - Aus dem Höchster Kreisblatt vom 24.04.2020

Das tapfere Schneiderlein

SOZIALES - Flüchtling näht für Flüchtlinge Hunderte Schutzmasken 

 

Kelkheim - "Ich bin einfach sehr gerührt. Das ist echt eine ganz wunderbare Familie, wie sie denken, wie sie handeln, sie sind einfach beispielhaft für viele." Mafalda Pinto-Schneider hat als Vorsitzende des Ausländerbeirats und sehr engagierte Flüchtlingshelferin schon viel erlebt. Doch bei dieser "tollen Story", wie sie sagt, kommt sie ins Schwärmen. 

 

Es ist ein menschlicher Lichtblick in einer schweren Zeit der Corona-Krise. Schon seit knapp zwei Wochen wird Mundschutz empfohlen, schickt Pinto-Schneider voraus. So hat der Verein "Miteinander leben in Kelkheim" eine Nähaktion begonnen. Die Gruppe hat Ali Javadi kontaktiert, er wohnt in der Gemeinschaftsunterkunft Kelkheim und ist Schneider. Er kam 2017 aus Afghanistan nach Deutschland, hat eine Frau und ein zwei Jahre altes Kind.

 

Nähmaschine auf dem Sperrmüll entdeckt

 

"Er war sofort bereit, für uns Alltagsmasken zu nähen", lobt Pinto-Schneider. Ganz ohne Bezahlung. Über einen Aufruf wurden Stoff und Nähgarn organisiert. "Ich musste aber bei Ebay Gummiband ersteigern", schildert sie. Bei der Geschichte des tapferen Schneiderleins Javadi geht ihr das Herz auf: "Die Nähmaschine hat er vor einiger Zeit auf dem Sperrmüll entdeckt. Der Motor war kaputt. Er hat Flohmärkte besucht und einen Motor und Pedal gefunden. Er konnte die Nähmaschine reparieren, hat sie dann richtig eingeölt. Dann lief alles gut." Der ehemals Geflüchtete hat bereits 130 Masken genäht. In den nächsten Tagen erwartet Pinto-Schneider weitere 100. "Ob es die letzten sind?", fragt sie sich. Wohl kaum, wenn ab Montag die Maskenpflicht auch in Kelkheim beim Einkaufen in Läden und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt. 

 

Doch Javadi hat Unterstützung bekommen: Eine Helferin brachte ihm jetzt eine fast neue Nähmaschine. "Ali und seine Frau Samira sind sehr froh, dass sie diesmal uns helfen können. Sie möchten vieles als Dankbarkeit zurückgeben", so Pinto-Schneider. Die Familie sei den "Helfern, die sie begleiten und unterstützen, sehr dankbar, deshalb bekommen sie auch Masken genäht", hat Javadi jetzt betont. Er bedanke sich, dass sie "hier sein dürfen und in Frieden leben können". Sie leben sehr gerne in Kelkheim. "Und das wiederholen sie immer wieder", hat die Koordinatorin für den Arbeitskreis Mitte erfahren. 

 

Mit ihren Kolleginnen Conny Fette, Koordinatorin im Arbeitskreis Fischbach, und Salome Korschinowski, Leiterin des Arbeitskreises Ruppertshain, verteilt sie nun die Masken an die Geflüchteten. "Eine Beschreibung liegt bei, und wir erklären natürlich auch, was wichtig zu beachten ist." Die Abnehmer seien sehr dankbar für das "Geschenk", nachdem sie zum Teil selbst in Apotheken von hohen Preisen für Masken erfahren haben. "Natürlich verteilen wir auch an die hilfsbedürftigen Kelkheimer Alltagsmasken, soweit sie uns bekannt sind", sagt Pinto-Schneider, die selbst schon einige Personen kontaktiert hat. 

 

Als Dank für seine Hilfe soll Ali Javadi Gutscheine für Lebensmittel bekommen. Das sei das Mindeste mit Blick auf den Einsatz des Mannes, denn Pinto-Schneider weiß: "Er näht immer nachts, weil er am Tag mit der kleinen Tochter und Frau und Haushalt beschäftigt ist." Der engagierte Schneider Javadi sucht schon lange eine Arbeitsstelle. "Sei es als Schneider, als Schweißer oder anderes. Er ist ein Mann für alles. Die Bereitschaft ist da. Einen Führerschein besitzt er auch", wirbt die Helferin und sagt: "Das wäre ein tolles Geschenk für ihn."

Infos dazu und zum Verein gibt es im Internet unter www.miteinander-leben-in-kelkheim.de .wein/hk


Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 24.04.2020, Seite 8 


Aus aktuellem Anlass wurde die unten stehende Veranstaltung abgesagt


Liebe Freunde, Unterstützer und Begleiter des Vereins Miteinander leben in Kelkheim e.V.

mit einem kurzem Jahresrückblick (siehe Anhang) möchten wir Danke sagen für das gute Miteinander, die vielen Ideen und die aktive Mitarbeit in diesem Jahr.

 

Gemeinsam konnten wir den Menschen aus den verschiedensten Kulturen und Nationen Hilfe und Unterstützung anbieten.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie frohe Weihnachten, erholsame Feiertage, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit im neuen Jahr.


Musik als Brücke zwischen den Kulturen

Presseerklärung

 

Am 18. Oktober 2019 fand im Plenarsaal des Kelkheimer Rathauses ein Konzert des syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad statt. Eingeladen hatten wir - der Verein Miteinander Leben in Kelkheim e.V. - der es sich

zum Ziel gesetzt hat, Geflüchtete in Kelkheim bei der Integration zu unterstützen. Zusätzlich zu

Ahmads berührenden Eigenkompositionen für Klavier und Gesang las der Kelkheimer Schriftsteller

Olaf Jahnke aus Ahmads Autobiografie „Und die Vögel werden singen“.

 

Der syrisch-palästinensische Musiker wurde weltweit bekannt, nachdem er mit seinem Klavier auf den

Trümmern der Stadt Damaskus auftrat, um den traumatisierten Bewohnern des Stadtteils Jarmuk

Hoffnung und Trost zu spenden. Seit seiner Flucht nach Deutschland lebte Ahmad in Wiesbaden

und ist vor kurzem nach Daseburg umgezogen.

Der Einladung folgten viele Menschen, fast alle Stühle des Plenarsaals waren besetzt: sicherlich kein

Wunder, denn Aeham Ahmad ist als „Pianist in den Trümmern“ weltweit über die sozialen Medien

bekannt geworden.

Zwischen den Klavier- und Gesangstücken las der Kelkheimer Schriftsteller Olaf Jahnke ausgewählte

Passagen aus der Autobiografie des Künstlers vor. Das Buch „Und die Vögel werden singen" ist dieses

Jahr im Fischer-Verlag erschienen. Es erzählt von Ahmads Kindheit, von seinem blinden Vater, der

Instrumentenbauer ist, von seiner temperamentvollen Mutter und wie er selbst zur Musik fand. Die

Zuhörer erfuhren bei dieser Lesung auch, wie Jarmuk, der Stadtteil von Damaskus, wo seine

palästinensische Familie wohnte, vor dem Krieg war: eine lebendige Mischung verschiedener

Kulturen, die friedlich zusammenlebten. Bis 2011 der Bürgerkrieg begann und die Stadt in ein

Trümmerfeld verwandelte. Katastrophale Zustände herrschten dort, viele Menschen starben in den

Ruinen an Hunger oder wurden auf der Straße erschossen. Die Zuhörer hörten auch, wie Ahmad und

seine Freunde sein altes Klavier auf einem Rollwagen auf die Straße schoben, um dort für und mit

den zurückgebliebenen Kindern zu singen.

Die Musik, die der klassisch ausgebildete Pianist Ahmad an diesem Abend vortrug, war ein

souveräner Mix aus den Musiktraditionen des Westens und des Ostens. Die zutiefst persönlichen

Kompositionen des Künstlers verbanden gekonnt Elemente klassischer abendländischer Musik vom

deutschen Volkslied über die Wiener Klassik bis hin zum Jazz mit der arabischen Popmusik. Seine

Stücke haben immer auch einen improvisatorischen Charakter: Zitate von Mozart oder Beethoven

brachen oft unvermittelt ab und schlossen übergangslos an eigene, Passagen an, die von den

Melodien seiner Heimat inspiriert schienen. Ahmads Stimme, die von baritonalen Tönen bis zur

Countertenor-Stimmlage reichte, wechselte von liedhafter Melodik zum verzweifelten Schrei. Die

Liedpassagen unterlegte Ahmad mit rhythmisch präzise gesetzten Akkorden. Durch den gezielten Grif

in die Saiten des Bösendorfer-Flügels rief er Klänge hervor, die seinen Gesang auf berührende Weise

unterstrichen. Auch bekannte deutsche und arabische Volkslieder kamen in seinen Stücken vor, teils

animierte er sein Publikum auch zum Mitzusingen.

Ein Highlight des Konzerts war sicherlich der spontane Chor, der sich bildete, nachdem Ahmad

während eines Stückes alle arabisch sprechenden Anwesenden dazu auforderte, auf die Bühne zu

kommen. So entstand ein kleiner, spontaner, wenn auch etwas überraschter Chor, der das Lied

„Mautini“ anstimmte, schwungvoll begleitet durch den Pianisten. „Mautini“ (zu Deutsch „Meine

Heimat“) ist in der arabischen Welt ein Lied, das weithin bekannt ist. Dass Musik dazu in der Lage ist,

Menschen und Kulturen zu verbinden, konnte jeder spüren, der bei diesem unvergesslichen Konzert

dabei war.

Wir bedanken uns bei der Stadt Kelkheim, die uns den Plenarsaal für die Veranstaltung überlassen

und uns auch logistisch unterstützt hat. Unserer besonderer Dank gilt der Musikschule Kelkheim für

die Überlassung des Flügels

Hier weitere Informationen zu Aeham Ahmad, zu Ahmads Buch „Und die Vögel werden singen“ und zu seiner CD

 


Goldgelbe Gänseblümchen in Kelkheim

Meskel ist das Wort für goldgelbe Gänseblümchen und der Name für das äthiopisch-eritreische Neujahrsfest. Es wird nach dem gregorianischen Kalender am 11. oder 12. September (Schaltjahr) eines jeden Jahres begangen. Das Fest erinnert an die heilige Helena (die Mutter Konstantins des Großen). Es wird berichtet, dass sie an diesem Tag das Kreuz fand, an dem Jesus gekreuzigt wurde.

 

In der Gemeinschaftsunterkunft in der Robert-Koch-Straße in Ruppertshain ist der Saal an diesem Abend festlich geschmückt. Der Arbeitskreis Asyl unter der Leitung von Salomé Korschinowski hat eingeladen. Unterstützt wird der Abend vom Verein „Miteinander leben in Kelkheim e.V.“ Die Gäste aus ganz Kelkheim wollen gemeinsam mit den Geflüchteten feiern und es sich bei Essen und Trinken gut gehen lassen. Die Erwartungen wurden wieder einmal übertroffen. Alle, die das tolle Essen zu Hause nachkochen wollen, konnten Rezepte von allen Gerichten mitnehmen.

In den Essenspausen wurde das Neujahrsfest im Detail erklärt. Es gab Informationen zur Königin von Saba. Sie hat nach äthiopischen Quellen zusammen mit König Salomo einen Sohn gezeugt, der der Stammvater vieler äthiopischer Kaiser wurde. Einer dieser Kaiser ist Haile Selassi I, der letzte Kaiser von Abessinien.

 

Für viele war neu , dass die Ertreer ganz schön fahrradverrückt sind. Eritreische Rennfahrer fahren z. B. erfolgreich mit bei der Tour de France. Und sie kommen am 1. Mai auch dreimal durch Ruppertshain. Manchmal kann man an der Strecke dann auch eritreische Fahnen flattern sehen. Dann sind Ruppertshain und Eritrea gar nicht mehr so weit entfernt.

Zum Abschluss des Festes erlebten die Gäste eine traditionelle Kaffeezeremonie. Der Kaffee dafür wird per Hand geröstet und gemahlen. Ein herrlicher Duft durchzog den Raum und jeder Gast konnte einmal schnuppern. Ausgeschenkt in kleine Tassen konnte der Kaffee dann verkostet werden.

 

Freuen Sie sich auf unsere nächsten Veranstaltungen:

Im März 2020 feiern wir das afghanische Neujahrsfest und im Herbst 2020 werden wir einen Länderabend Syrien gestalten.


10 Jahre Du & Ich-Tag

In diesem Jahr feierte der "Du & Ich Tag" sein 10-jähriges Jubiläum. Er wirbt jedes Jahr für mehr Miteinander in unserer Stadt und ermöglicht und unterstützt das Zusammentreffen der Generationen und Kulturen. Das umfangreiche Bühnenprogramm machte einmal mehr die kulturelle Vielfalt in Kelkheim deutlich.

Viele Institutionen beteiligten sich mit einem Stand auf dem Marktplatz, so auch der Verein Miteinander leben in Kelkheim e.V. Neben Informationen über die Arbeit des Vereins gab es Samosas - leckere Teigtaschen mit Fleisch oder vegetarischer Füllung. Besonders die Kinder hatten Spaß beim Bingo spielen. Von besonderem Interesse war die eritreische Kaffeezeremonie.

Kaffee ist das Nationalgetränk der Eritreer und Äthiopier.  Die Zubereitung ist reine Frauensache und nimmt einige Zeit in Anspruch. Die grünen – von ihrer roten Schale befreiten – Kaffeebohnen werden in Wasser gewaschen, trockengerieben und in einem kleinen Topf geröstet, dann in einem Mörser zerstampft und auf eine kleine Matte gestreut.

Sobald das Wasser in der Kaffeekanne (JEBANNA) kocht, wird das Kaffeepulver hinzugefügt. Je nach Gewohnheit wird der Kaffee 3-4-mal aufgekocht bis er die richtige Stärke hat. Nebenbei wird auf einem Stück Holzkohle in einem separaten Behälter Weihrauch entzündet. Ist der Kaffee fertig, wird er aus ca. 20 cm Höhe in kleine zarte Porzellantassen mit viel Zucker eingegossen und evtl. auch mit Anis-Schnaps serviert. Dazu gibt es gesalzenes Popcorn, manchmal auch Fladenbrot und Nüsse oder feines süßes Gebäck.

Der Kaffee wird mehrmals aufgegossen, die erste, stärkste Tasse dient dem reinen Genuss. Während der zweiten Tasse werden die akuten Probleme besprochen und die dritte Tasse dient schließlich dem Segen der Anwesenden. Standard ist, mindestens drei Tassen zu trinken.

Die Kaffee-Zeremonie steht am Beginn des Tages und ist auch ein wichtiges Zeichen der Gastfreundschaft. 


Für einige Besucher war diese Zeremonie ein willkommenes Fotomotiv und für viele ein Grund stehen zu bleiben, den Kaffee zu probieren und ins Gespräch zu kommen. "Früher - als wir den Kaffee noch per Hand mit der Kaffeemühle gemahlen haben - war Kaffeetrinken auch bei uns etwas Besonders" so der Kommentar einer älteren Besucherin.

So finden sich auch in kleinen Dingen des Alltags Gemeinsamkeiten. 


Unser aktueller Newsletter

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Den gesamten Newsletter finden Sie hier. Viel Freude beim Lesen.
Newsletter 2 - Verein Miteinander leben in Kelkheim
MLK_Newsletter_02_2019_23_08_19.pdf
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Haushaltsführerschein in Kelkheim

Haushaltsführerschein - unter diesem Motto hat der Verein Miteinander leben in Kelkheim e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Kelkheim | Integrationsbüro am 17.8.2019 einen Workshop für in Kelkheim lebende Geflüchtete aus dem arabischen Sprachraum durchgeführt. 

 

Mit diesem Workshop erhalten die Teilnehmer einen "Führerschein" als zukünftige Mieter, der nicht nur ihnen Sicherheit gibt sondern auch ihren zukünftigen Vermietern. 

Viele von ihnen haben inzwischen Bleiberecht und somit die Möglichkeit in eine eigene Wohnung umzuziehen.

 

Aber was bedeutet es, in Deutschland Mieter einer Wohnung zu sein? Mit welchen Rechten, Pflichten und Anforderungen ist das verbunden? Antworten auf diese Frage sind Inhalt dieses Workshops: Stromanbieter, Heizkosten sparen und richtiges Lüften, Mülltrennung, Kehrwoche, Haftpflichtversicherung und vieles mehr. Die insgesamt 14 Teilnehmenden dieses ersten Workshops hörten interessiert zu, stellten in einem regen Austausch viele Fragen und berichteten über Verfahren in ihren Herkunftsländern. Der Workshop fand in deutscher Sprache statt, allerdings mit Unterstützung eines Kelkheimer Integrationslotsen in der Übersetzung für diejenigen, die noch nicht so gut deutsch sprechen.

 

Die Durchführung weiterer Workshops ist geplant - das nächste Mal für diejenigen aus dem persischen Kulturkreis. 

 

Auch Bürgermeister Abrecht Kündiger bestätigte, dass mit diesem Angebot "Wie verhalte ich mich richtig als Mieter" die Integration und das Verständnis für die Gewohnheiten in unserem Land gefördert werden.

 


Klavierkonzert mit dem Pianisten Aeham Ahmad am 18.10.2019 um 19.00 Uhr

Am 18. Oktober 2019 findet um 19 Uhr im Plenarsaal des Rathauses der Stadt Kelkheim ein Konzert mit dem syrischen Pianisten Aeham Ahmad statt, zu dem wir Sie ganz herzlich einladen. 

Aeham Ahmad wurde als "Pianist in den Trümmern " international bekannt. In den Jahren 2014 / 15 trat er im syrischen Bürgerkrieg im Flüchtlingslager Jarmuk immer wieder öffentlich auf. Inzwischen lebt er in Deutschland.

Der Kelkheimer Olaf Jahnke wird an diesem Abend auch aus der Biographie von Aeham Ahmad lesen.

Der Eintritt ist frei. Wie immer freuen wir uns sehr auf Ihr Kommen.


Stadtmarkt in Kelkheim

Der Verein hat zum ersten Mal am diesjährigen Stadtmarkt in Kelkheim am 19. Mai 2019 teilgenommen.

Bei herrlichem Frühllingswetter hatten wir die Gelegenheit, unsere Arbeit und unsere Ziele vorzustellen. Es wurden viele Gespräche mit interessierten Bürgern geführt und wir konnten auch einige neue Vereinsmitglieder und Helfer gewinnen.Dabei wurden wir tatkräftig von vielen Geflüchteten unterstützt, die beim Auf- und Abbau des Standes geholfen und ein attraktives Programm für den Verein gestaltet haben.

 

Es wurden Lieder aus der Türkei auf der Ukulele vorgetragen und auf dem Keyboard afghanische und iranische Musik gespielt, die zu einer super Stimmung am Stand beigetragen hat und viele Leute anlockte.

 

Besonders gut ist das Malen von Tattoos mit Hennafarben bei den Besuchern des Stadtmarktes angekommen, das von Frauen aus dem Iran und Afghanistan angeboten wurde.

 

Wir danken allen Helfern ganz herzlich


Mitgliederversammlung

Am 24. Juni 2019 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins statt.

Nachdem die bisherige Vorsitzende einen Bericht über das vergangene Geschäftsjahr gegeben hatte und Schatzmeister und Kassenprüfer ihre Berichte vorgestellt hatten, wurde dem Vorstand von der Mitgliederversammlung Entlastung erteilt.

 

Da die Amtszeit des bisherigen Vorstandes endete, wurde der Vorstand für die nächsten zwei Jahre von der Mitgliederversammlung neu gewählt. Die Mitgliederversammlung beschloss, den Vorstand zu verkleinern und nur noch zwei Beisitzer zu wählen.

 

Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen:

 

Vorsitzende: Dr. Annkatrin Helberg-Lubinski
Stellvertretende Vorsitzende: Monika Berkenfeld
Schatzmeister: Dr. Stephan Laubereau
Schriftführerin: Cornelia Fette
Beisitzerin: Mafalda Pinto-Schneider
Beisitzerin: Sabine Kurz

 


Miteinander füreinander - unser Stammtisch findet großen Zuspruch


Zukunft braucht Herkunft - Bericht über den Vortrag von Nil Esra Dagestan

Zukunft braucht Herkunft - Das ist einer der Kernsätze von Nil Esra Dagestan, Business und Kultur Coach. Der Verein „Miteinander leben in Kelkheim e. V.“ hatte sie vergangenen Donnerstag, 11. April, eingeladen, über die kulturellen Eigenheiten der Menschen zu berichten, die nach Deutschland geflüchtet sind und jetzt in Kelkheim leben.

„Der Weg zum Du führt über das Ich.“ Das ist ein weiteres Motto Dagestans, die ohne Umschweife auf ihre türkischen Wurzeln zu sprechen kommt, in dem sie das Publikum raten lässt, welchen Ländern man denn ihren Namen zuordnen könne. Von Marokko bis Afghanistan ist alles möglich. Versierte Menschen wissen allerdings, dass das weiche G ein starker Hinweis auf die Türkei ist.

Eine weitere Reise führte die Zuhörerinnen und Zuhörer in die Vergangenheit. Dagestan erzählte, dass es in ihrer Familie noch üblich war, die Großeltern zu siezen, und eine ältere Dame, aufgewachsen im Westerwald, warf ein, dass sie das aus ihrer Jugend auch kenne. Eine andere Zuhörerin aus der gleichen Generation, die ihre Jugend aber im Hamburger Raum verbracht hatte, widersprach und meinte, sie hätte so etwas nicht erlebt. Plötzlich waren die Gäste mittendrin im Kulturaustausch und erkannten, dass es „die Deutsche oder den Deutschen“ nicht gibt. Auch die Deutschen haben unterschiedliche Erfahrungen und bei den Migranten ist es ebenso. Es gibt nichtdieSyrerin oder denAfghanen.

Sehr interessant für das Publikum war auch das Ergebnis einer Umfrage eines Wirtschaftsmagazins, das US-Amerikaner, Japaner und Araber zu ihren Werten befragt hatte. Herausgekommen war, dass US-Amerikaner Unabhängigkeit, Freiheit, ein starkes Selbstbewusstsein und ähnliche persönliche Werte schätzen bis hin zur Pünktlichkeit. Japaner dagegen wollen sich einer Gruppe zugehörig fühlen und bei Arabern ist die Familienbindung sehr stark. Seniorität und Respekt waren weitere Werte dieser Kultur und am Ende der Liste stand nicht Pünktlichkeit, sondern Geduld (Japaner) bis sehr viel Geduld (Araber). 

Des Weiteren arbeitete die Rednerin heraus, was denn die Familienbindung im Einzelnen bedeute. Flüchtlingshelfer wundern sich beispielsweise, warum denn jemand nicht zu einem Deutschkurs kommt, obwohl man es ihm doch intensiv gesagt hatte. Es ist aber so, dass, wenn diese Person gerade ein Telefongespräch mit dem Vater in der fernen Heimat führt oder die Tante zu Besuch ist und sagt: „Bitte bleibe doch noch“, sie dann nicht zum Deutschkurs gehen wird, sondern weiter mit den Familienmitgliedern sprechen wird. Hier hat die Familie Vorrang vor den Interessen des Einzelnen.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer erkannten daraufhin, dass es hier nicht um Lügen geht. Es sind Zwänge, denen die Menschen ausgesetzt sind. Sie wollen sich anpassen und Deutsch lernen, aber auch ihre Familie / Gruppe / Community nicht verprellen. Sie sind so sozialisiert worden, dass ihnen ihre Familien- oder Gruppenzugehörigkeit wichtig ist. 

Es ist daher auch für eine Frau aus diesem Kulturkreis sehr schwer, sich von ihrem gewalttätigen Ehemann zu trennen. Damit bricht sie gleich mehrere Tabus, erzählt Dagestan. Erstens spricht man nicht über Eheprobleme, auch nicht mit der Familie. Und wenn eine Frau das auch noch außenstehenden Personen erzählt und ins Frauenhaus geht, dann hat sie sowohl mit ihrer Familie als auch mit der Community gebrochen. Für deutsche Frauen ist das nicht so schwer. Es ist kein Tabu mit der Freundin über Probleme zu reden. Die Gesellschaft diskriminiert die Frauen, die sich von ihren gewalttätigen Ehemännern trennen, nicht.

Dagestans Vortrag sollte die Hintergründe des Verhaltens der Menschen aus anderen Kulturen verständlich machen und das ist ihr gelungen. Die Zuhörerinnen zeigten sich beeindruckt und manchmal auch enttäuscht, dass es vieler kleiner Schritte bedarf, um etwas zu ändern. Es wurde aber auch deutlich, dass es hin und wieder sinnvoll ist, wenn wir Deutsche in unsere eigene Vergangenheit schauen, um zu erkennen, dass unser jetziges Bild der Gesellschaft nicht schon immer so war, sondern eines, dass sich über die Zeit entwickelt hat. Unser westliches Frauenbild hilft den Frauen aus den angesprochenen Ländern nicht viel weiter. Sie benötigen weibliche Vorbilder aus ihrer eigenen Community. Veränderungen können nur von innen kommen, betonte die Referentin, also aus der Community selbst heraus und nicht von außen durch Dritte.

Text: Beate Rohkohl

 

Auch das Höchster Kreisblatt hat am 14. April über die sehr gelungene Veranstaltung berichtet:


Einladung Äthiopisches und Eritreisches Neujahrsfest am 14.09.2019


Unser regelmäßiger Stammtisch

Der Vorstand des Vereins hat einen Stammtisch ins Leben gerufen, damit Mitglieder, Helfer und interessierte Bürger die Möglichkeit haben sich regelmäßig zu treffen, auszutauschen und zu informieren.

 

Wir treffen uns an jedem letzten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr im Alten Rathaus in Kelkheim Münster

Frankfurter Straße 153

Im November und Dezember fällt der Stammtisch aus - das nächste Treffen findet am 30. Januar 2020 statt

 

Bei diesen Treffen sind alle Bürger herzlich willkommen - der Stammtisch ist ausdrücklich nicht nur für Vereinsmitglieder.

Wie immer freuen wir uns über eine rege Teilnahme.


Ausstellung „Kelkheim - (D)ein Ort der Begegnung“

Die Fotoausstellung „Kelkheim - (D)ein Ort der Begegnung“ wurde am Sonntag, den 27.01.2019 im  Kelkheimer Rathaus eröffnet.

 

Sie ist ein Projekt im Rahmen des Du&Ich-Tages vom Amt für Jugend und Integration (Dialog der Generationen und Kulturen) in Kooperation mit dem Verein„Miteinander leben in Kelkheim e.V.“ (Fotowettbewerb Angekommen in Kelkheim: Wie sehe ich die Stadt und ihre Menschen?) sowie dem Ausländerbeirat. Die Ausstellung lässt Sie in andere Lebenswelten und Perspektiven eintauchen. Sie zeigt wie Offenheit und das Aufeinanderzugehen möglich sind.

 

Es begrüßen Sie Bürgermeister Albrecht Kündiger für die Stadt Kelkheim und Dr. Annkatrin Helberg-Lubinski für den Verein „Miteinander leben in Kelkheim e.V.“ sowieMafalda Pinto-Schneider für den Ausländerbeirat.

 

Musikalisch wird die Ausstellungseröffnung durch das Internationale Ensemble Ruppertshain (unterstützt vom Verein „Miteinander leben in Kelkheim e.V.“) unter der Leitung von Dzuna Kalnina-Nitzling begleitet. Im Anschluss laden wir Sie zu einem Rundgang durch die Ausstellung mit Videopräsentation ein. Wir zeigen Ihnen den am Du&Ich- Tag 2018 von Betül Caki entstandenen Videoclip und den ausgezeichneten Beitrag des Ausländerbeirats
zum Flimmerfestival 2018.

 

Die Fotoausstellung wird vom 28. Januar bis zum 22. Februar 2019 zu sehen sein.

 

 


Weihnachtsfeier in der Stadthalle

Am Abend des 15. Dezember 2018 fand in der Stadthalle Kelkheim eine Weihnachtsfeier für Geflüchtete statt.  Sponsoren waren der Verein Miteinander leben in Kelkheim e. V., die Stadt Kelkheim, die Kelkheimer Kirchengemeinden und der Lions Club Kelkheim.

 

BürgermeisterAlbrecht Kündiger war anwesend und begrüßte die mehr als 200 Gäste. Das Kammerorchester der Eichendorff-Schule verzauberte die Veranstaltung mit Musik und der TSG Münster begeisterte mit einer Breakdance-Einlage.  Für das leibliche Wohl sorgten zwei lange Buffets, eines mit salzigem, eines mit süßem Fingerfood. Die Gäste waren gebeten worden, typische Speisen aus ihren Heimatregionen und -ländern mitzubringen. So entstand eine internationale Auswahl an Köstlichkeiten, die keine Wünsche offen ließ.  

 

Für die Kinder gab es drei Bastelstationen, die gerne angenommen wurden. Auf der Bühne trugen einige Kinder zuvor eingeübte Lieder vor.  Begleitet wurden sie dabei von Frau Kim-Schneider an der Orgel. Die Zuhörer im gut gefüllten Saal unterstützten sie fleißig beim Singen. 

Als Höhepunkt der Veranstaltung wurden Geschenke an die Kinder verteilt.  Sie waren durch eine von den Kelkheimer Kirchengemeinden unterstützten Sterneaktion ermöglicht und brachten viele Kinderaugen zum Leuchten. 

 

Zu guter Letzt halfen viele fleißige Hände, die Stadthalle wieder aufgeräumt zu hinterlassen.  

 

Alles in allem eine gelungene und harmonische Veranstaltung.